Architectural Space and Design
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Wir setzen uns entwerferisch und forschend mit dem architektonischen Subjekt Raum auseinander. Raum lässt sich durch seine Grenzen und Schwellen definieren. Das gilt für politische, geografische, wissenschaftliche und auch architektonische Vorstellungen von Raum. Grenzen beschreiben, was „Innen“ und was „Außen“ ist und was als „Innen“ und „Außen“ wahrgenommen wird. Sie beschreiben Grade von Geschlossenheit und Durchlässigkeit, Trennung und Austausch. Sie manifestieren sich in vielschichtiger Weise: als harte stoffliche Trennung, als Klimazone, als technologische Abgrenzung, sie definieren sich in Bezug auf Zeit und Wiederholung wie im Fall von Alltagsräumen. Sie können legal definiert sein oder durch räumliche Erzählungen kommuniziert werden wie z.B. in Computerspielen. Räumliche Grenzen und Schwellen definieren sowohl die Beschaffenheit von Raum, als auch seine Wahrnehmung und Aneignung.

 

Das Erstsemesterstudio Raum I beginnt mit der Aufforderung an die StudentInnen, ihre Alltagsroutinen und ihre alltägliche Umwelt als Ineinandergreifen von raumnutzenden, raumwahrnehmenden sowie raumbildenden Handlungen und Erfahrungen neu zu entdecken. Das scheinbar Bekannte, Gekonnte und Gewohnte verflüchtigt sich zugunsten erneut zu entdeckender und neu entwerfender Möglichkeitsräume. Gewohnheitstiere und Routiniers werden zu Entdeckern und Entwerfern des Überraschenden im Alltäglichen.

 

Der abschließende Entwurf des Bachelorstudiums, Studio Raum II, setzt sich mit institutionellen Räumen auseinander. Wie verkörpern diese gesellschaftliche Rituale und Regeln und wie werden letztere mit ihrer Hilfe formalisiert? Der institutionelle Kontext Karlsruhes bildet den Rahmen: BGH/KIT/BST/ZKM/HFG/BVG. Neben der physischen Dimension dieses Studio Raum und die begleitende Entwurfslehre Einblicke in das Spannungsfeld von Raum als rechtlich-politisches Konstrukt bis hin zu räumlichen Metaphern, narrativem Raum, Choreographie und Atmosphäre.

 

Im Rahmen des Masterstudiums hinterfragen die Studierenden kritisch etabliertes Raumverständnis. Gezielt setzen sie sich entwerferisch und forschend anhand unterschiedlicher Raumgrenzen und -schwellen mit der Komplexität und Widersprüchlichkeit von architektonischen Räumen auseinander. Sie adressieren Raumgrenzen u.a. in Bezug auf architektonische Manifestation, Wahrnehmung, Übergänge und Durchlässigkeit. Sie adressieren Raumgrenzen und -schwellen aus der Perspektive unterschiedlicher aktueller Raumkonzepte: z.B. Sicherheitsräume, bauliche Klimazonen und logistische Räume.