RAUM + ENTWERFEN

BACHELOR

Entwurf

Der Vollzug

 

„Ich würde ins Gefängnis gehen...
offen gesagt,könnte ich die Pause gut gebrauchen“

- Zitat eines Häftlings in: arch+ #209, 2012, S. 32
 

Die Ideale des Justizvollzugs befinden sich im Wandel: weg von der totalen Strafinstitution mit totaler Isolation und Überwachung hin zu betreuten Einrichtungen, in denen die Widereingliederung der Inhaftierten in das soziale Gefüge der Gesellschaft im Vordergrund steht: Resozialiserung ist ein durch die Verfassung gesichertes Grundrecht.


Re-Sozialiserung heißt, dass die Inhaftierten im Gefängnis – oft zum ersten Mal – die Anpassung an Ordnungs- und Wertvorstellung der Mehrheitsgesellschaft erlernen. Der Inhaftierte wird zunächst aus der Gesellschaft ausgesperrt, um dann, nach dem Erwerb sozialer Kompetenzen in Haft, wieder eingegliedert zu werden. In diesem Sinne spiegelt die Justizvollzugsanstalt die Regeln der Gesamtgesellschaft in komprimierter Form wieder.


Im städtischen Kontext am Rande des Karlsruher Stadtzentrums gelegen, ist die Strafanstalt eine Stadt in der Stadt. Diese setzt sich aus Wohnen, Ausbildung, Arbeit, Freizeit, religiöse Einrichtungen und Verwaltung auf engstem Raum zusammen. Hier findet ein Alltag außerhalb des Alltäglichen statt, räumlich gefasst durch Sicherheitsarchitekturen.
Im Rahmen des Entwurfs werden die physischen und räumlichen Dimensionen in den rechtlich-politischen und gesellschaftlichen Kontext eingebettet und die Rolle der Architektur darin hinterfragt. Es wird nach baulich-architektonischen Ansätzen gesucht, die die Sicherheitsansprüche eines Gefängnisses mit dem Anspruch vereinbaren, den Insassen ein menschenwürdiges Leben innerhalb von sozialen Zusammenhängen zu ermöglichen.
 

 

      

 

MASTER

Entwurf

EX / EN


Was haben Guantanamo, die Baustelle des Zehlendorfer Hauptsendemastes, das Pekinger Gesandschaftsviertel und die Suite 212 des Claridges Hotel in London gemeinsam? Es sind oder waren Ex-/Enklaven, die nur über fremdes Territorium erschlossen werden können. Enklaven können geografisch, aber auch rechtlich, sozial, ethnisch oder auch architektonisch definiert sein.

Spätestens seit dem vierwöchigen Aufenthalt Edward Snowdens am Moskauer Flughafen sind Transitzonen als „Enklaven totaler Freiheit“ bekannt: Eingeschlossen und gleichzeitig frei!

„A person may stay in a transit zone indefinitely. A state has no jurisdiction over that area. Anyone in a transit zone enjoys immunity like a foreign diplomat: He or she cannot be arrested, interrogated or otherwise be restricted in freedom.” - Eugeny Varshavsky, former head of Russian Federal Migration Service

Im Rahmen des Entwurfs EX/EN entwickeln die Studierenden eine narrative, programmatische und räumliche Strategie für eine Transitenklave am Frankfurter Flughafen.

Sie machen sich hierzu die Freiheiten zu Nutze, die ihnen die Transitzone bietet.

Basierend auf dieser Strategie entwerfen sie ein räumlich-architektonisches Bindeglied zwischen Sicherheitsschleuse und Passagierbrücke.

Konsultation: Dienstag, 12.04.16, 13:00 Uhr, Fachgebiet
Erster Termin: Mittwoch, 20.04.16, 09:00 Uhr, Grüne Grotte
Exkursion: Mittwoch, 04.05.16
Abgabe: Mittwoch, 03.08.16

Betreuungen: mittwochs/donnerstags
Betreuung: Marc Frohn, Charlotte Skene-Catling, Jochen Specht 

 

 

 

     

Stegreif

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Aushang und Infos auf der Webseite ab 04.05.2016