WS 26/27

BACHELOR

Entwerfen in Studio Raum 

Das Erstsemesterstudio Raum beginnt mit der Aufforderung an die Studierenden, ihre Alltagsroutinen und ihre alltägliche Umwelt als Ineinandergreifen von raumnutzenden, raumwahrnehmenden sowie raumbildenden Handlungen und Erfahrungen neu zu entdecken. Das scheinbar Bekannte, Gekonnte und Gewohnte verflüchtigt sich zugunsten erneut zu entdeckender und neu entwerfender Möglichkeitsräume. Gewohnheitstiere und Routiniers werden zu Entdeckern und Entwerfern des Überraschenden im Alltäglichen.

Mit Pflichtexkursion
Regeltermin: Mo-Fr, 14:00 – 17:30 (Geb. 11.40)
Pflichtexkursion: 27. – 29.11.26
Veranstaltungsform: Präsenz
Sprache: Deutsch/Englisch

 

Grundlagen der Entwurfslehre

Im Rahmen der Begleitübung zur Vorlesungsreihe «Grundlagen der Entwurfslehre» werden ausgewählte baugeschichtlich relevante Architekturen analysiert. Ziel der Übung ist es, konkrete architektonische Bauten aus unterschiedlichen Epochen unter spezifischen Aspekten wie räumlicher Struktur sowie funktionaler Gliederung zu untersuchen und in Form von Zeichnungen und Modellen darzustellen und zu präsentieren.

Regeltermin: Mi, / 9:45 - 11:15 / 20.40
Erste Treffen: Mi, 28.10.2026 / 11:30 - 13:00 / 20.40 
Abgabe/Prüfung: Mi, 03.02.27 / 09:45 - 11:15 / 20.40 Hörsaal 9

 

Bachelorarbeit: Blue Banana 071

Das Studio ist Teil einer mehrsemestrigen Reihe, die sich mit verschiedenen Städten in einer Region befasst, die seit Jahrzehnten als wirtschaftliches Rückgrat Europas gilt: die sogenannte Blaue Banane. Einst Kern der Industrialisierung, Produktion und des Handels, kämpft die Region entlang des Rheins darum, ihre zentrale Rolle in Europa zu behalten, während sie nach neuen Formen der Wertschöpfung sucht – wirtschaftlich, sozial und räumlich. 

Dieses Semester konzentriert sich auf Charleroi. Die Stadt, einst Zentrum der belgischen Kohle- und Stahlindustrie, verlor mit dem Niedergang der Schwerindustrie ihre wirtschaftliche Grundlage. Zurück blieben ausgedehnte Industriebrachen, Brachflächen und Leerstellen im Stadtgefüge.

Die Fülle an leerstehenden Gebäuden, ungenutzten Grundstücken und Zwischenräumen ist zu einem prägenden Merkmal Charlerois geworden und paradoxerweise auch zu einem seiner wichtigsten Vorteile. Im Gegensatz zum nahe gelegenen Brüssel, wo die begrenzte Verfügbarkeit von Grundstücken zu hohen Grundstückspreisen und wirtschaftlichem Druck führt, bietet Charleroi innerhalb derselben Metropolregion räumliche Fülle. In Charleroi ist Leere gleichzeitig ein strategischer Überschuss und eine urbane Herausforderung. Den Einwohnern bietet sie räumliche Freiheit. Von den Architekten verlangt sie eine Verlagerung des Fokus weg von der Gestaltung des architektonischen Objekts hin zur Gestaltung der Leere.

Auf einem Grundstück direkt neben dem Bahnhof von Charleroi – einer strategisch günstigen Lage für Pendler aus Brüssel – hat das Studio die Aufgabe, einen Komplex aus Ateliers, Werkstätten und Veranstaltungsräumen für Künstler und andere im Kulturbereich tätige Personen zu entwerfen. Er bietet reichlich Platz außerhalb der üblichen Mechanismen der Kommerzialisierung von vermietbaren Flächen. Vor dem Entwurf des eigentlichen Gebäudes werden die Studierenden die städtischen Leerstellen entwickeln.

 

Seminar: 20 Attitudes towards heritage buildings

In einer Zeit, in der wir weniger neu bauen und mehr transformieren, ist die Denkmalpflege zu einer zentralen Frage der zeitgenössischen Architektur geworden. Doch sie ist keine starre Lehre, sondern ein dynamisches Feld architektonischer, institutioneller und politischer Positionen. Anhand von 20 wegweisenden Projekten zeichnet dieses Seminar nach, wie sich die Haltung zum Bestand gewandelt hat – von der Konservierung zur Transformation, vom Bewahren der Erinnerung zur Neuerfindung. Durch Zeichnen, Analysieren und Vergleichen rekonstruieren wir die Genealogie heutiger Positionen, um zu hinterfragen, wie sie sich künftig weiterentwickeln könnten. Begleitet wird diese Untersuchung von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten zur Denkmalpflege. 
Wo nahm die Denkmalpflege ihren Anfang? Was prägte ihren Wandel? Wer bestimmt ihre Grenzen? Und wie soll sie sich in Zukunft weiterentwickeln?


Erster Termin: 28.10. 11:30 Raum 113
Regeltermin: jeden Mittwoch 11:30-13:00
Anzahl Teilnehmende: 15

 

MASTER

Studio: Architectural Misfit

Die Transformation bestehender Gebäude ist zu einer der prägenden Fragen der zeitgenössischen Architektur geworden. Da der Erhalt zunehmend an die Stelle des Abrisses tritt, ist die Anpassung nicht länger eine rein technische Notwendigkeit, sondern eine architektonische Haltung. 
Zwischen Projekten, die eine minimale Intervention bevorzugen, und solchen, die das Bestehende radikal neu interpretieren, wird Architektur nicht mehr durch eine einzige Doktrin bestimmt, sondern durch konkurrierende Haltungen gegenüber dem, was bereits vorhanden ist. Die Herausforderung besteht nicht mehr darin, ob erhalten werden soll, sondern wie. 
Die denkmalgeschützte Zentralmensa in Heidelberg bietet ein präzises Fallbeispiel für diese Debatte. In den 1970er-Jahren als soziale Infrastruktur des Campus Neuenheimer Feld errichtet, war sie als kollektive Maschine konzipiert, die einem einzigen Ritual gewidmet war: der Versorgung der Universitätsgemeinschaft. Ihre Struktur, Organisation und räumliche Logik bleiben untrennbar mit diesem ursprünglichen Programm verbunden.
Heute, da neue Programme wie studentisches Wohnen, Sporteinrichtungen, Cafés und Büros für das Gebäude vorgeschlagen werden, wirft die Zukunft der Mensa eine grundlegende Frage auf: Was geschieht, wenn ein solches Gebäude, das für einen einzigen Zweck konzipiert wurde, auf ein Programm trifft, für das es nie entworfen wurde?
Anstatt nach Kompatibilität zu suchen, untersucht das Studio das Potenzial des architectural misfit. Transformation wird dabei nicht als Versöhnung verstanden, sondern als produktiver Konflikt, in dem sich eine überlieferte räumliche Ordnung einer neuen Nutzung widersetzt.
Ziel ist es nicht, das richtige Programm zu finden, sondern den Konflikt zwischen Gebäude und Programm als Katalysator für architektonische Erfindung zu nutzen.


Studio: Don, 29.10.26, 14:00 Raum 207
Prüfung : 25.02.2027, 14:00 Uhr
Sprache : Englisch
Exkursion : Heidelberg 

 

Seminar: 20 Attitudes towards heritage buildings

In einer Zeit, in der wir weniger neu bauen und mehr transformieren, ist die Denkmalpflege zu einer zentralen Frage der zeitgenössischen Architektur geworden. Doch sie ist keine starre Lehre, sondern ein dynamisches Feld architektonischer, institutioneller und politischer Positionen. Anhand von 20 wegweisenden Projekten zeichnet dieses Seminar nach, wie sich die Haltung zum Bestand gewandelt hat – von der Konservierung zur Transformation, vom Bewahren der Erinnerung zur Neuerfindung. Durch Zeichnen, Analysieren und Vergleichen rekonstruieren wir die Genealogie heutiger Positionen, um zu hinterfragen, wie sie sich künftig weiterentwickeln könnten. Begleitet wird diese Untersuchung von einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit grundlegenden Texten zur Denkmalpflege. 
Wo nahm die Denkmalpflege ihren Anfang? Was prägte ihren Wandel? Wer bestimmt ihre Grenzen? Und wie soll sie sich in Zukunft weiterentwickeln?


Erster Termin: 28.10. 11:30 Raum 113
Regeltermin: jeden Mittwoch 11:30-13:00
Anzahl Teilnehmende: 15